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Balkonkraftwerk ausrichten: Neigungswinkel-Tabelle

Von Alexander Müller, Stand 30. Oktober 2026

Hausfassade in der Sonne: an einem Balkon hängen die Solarmodule senkrecht, am anderen schräg aufgeständert
Symbolbild – wie alle Bilder in diesem Artikel

Kurz gesagt

  • Am meisten Strom liefert ein Modul nach Süden mit 30 bis 45 Grad Neigung. Für Frankfurt am Main berechnet der EU-Rechner PVGIS das Optimum bei 38 Grad.
  • Senkrecht am Balkongeländer nach Süden erreichst du rund 70 Prozent davon. Das bestätigen Umweltbundesamt und Stiftung Warentest.
  • Südost und Südwest verlieren nur wenige Prozent. Ost und West senkrecht liegen bei rund der Hälfte, Nord senkrecht bei 18 Prozent.
  • Senkrechte Module liefern im Winter sogar etwas mehr als Module mit 35 Grad Neigung, im Sommer deutlich weniger.
  • Wichtiger als ein paar Grad Neigung ist ein Platz ohne Schatten.

Ausrichtung und Neigungswinkel entscheiden, wie viel Strom dein Balkonkraftwerk im Jahr liefert. Die Tabelle unten zeigt für jede Himmelsrichtung und jeden typischen Winkel den Ertrag – berechnet mit dem kostenlosen EU-Rechner PVGIS. So siehst du schnell, was dein Balkon, deine Terrasse oder dein Flachdach hergibt.

Azimut und Neigungswinkel einfach erklärt

Zwei Winkel bestimmen, wie viel Sonne auf dein Modul fällt:

  • Azimut – die Himmelsrichtung, in die das Modul zeigt. Auf dem Kompass ist Norden 0 Grad, Osten 90, Süden 180 und Westen 270 Grad.
  • Neigungswinkel – wie schräg das Modul steht. 0 Grad heißt flach liegend, 90 Grad heißt senkrecht, so wie ein Modul außen am Balkongeländer hängt.

Achtung bei Solarrechnern: Viele zählen den Azimut anders. Im EU-Rechner PVGIS ist laut Dokumentation Süden 0 Grad, Osten minus 90 und Westen plus 90 Grad. Ein Südbalkon hat also auf dem Kompass 180 Grad, in PVGIS aber 0 Grad. Schau deshalb immer nach, welche Zählweise ein Rechner oder eine App verwendet.

Neigungswinkel-Tabelle: Ertrag nach Ausrichtung und Neigung

Die folgende Tabelle haben wir selbst mit PVGIS berechnet, dem kostenlosen Photovoltaik-Rechner der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission. Sie zeigt den Jahresertrag in kWh pro kWp Modulleistung. In Klammern steht der Anteil am Optimum.

Bestwert laut PVGIS: 1.080 kWh/kWp bei 38 Grad Neigung und Azimut minus 3 Grad (fast genau Süd) = 100 %.

Ausrichtung0° (flach)15°30°35°45°60°90° (senkrecht)
Süd911 (84 %)1.016 (94 %)1.072 (99 %)1.078 (100 %)1.074 (99 %)1.022 (95 %)760 (70 %)
Südost911 (84 %)986 (91 %)1.021 (95 %)1.024 (95 %)1.013 (94 %)959 (89 %)720 (67 %)
Südwest911 (84 %)980 (91 %)1.010 (93 %)1.010 (94 %)996 (92 %)938 (87 %)699 (65 %)
Ost911 (84 %)903 (84 %)881 (82 %)868 (80 %)836 (77 %)765 (71 %)550 (51 %)
West911 (84 %)894 (83 %)863 (80 %)850 (79 %)814 (75 %)742 (69 %)531 (49 %)
Nord911 (84 %)766 (71 %)619 (57 %)569 (53 %)475 (44 %)354 (33 %)199 (18 %)

Werte in kWh pro kWp und Jahr, gerundet. Prozent bezogen auf das PVGIS-Optimum von 1.080 kWh/kWp.

So ist die Tabelle entstanden

Wir haben am 30.10.2026 für jede Zelle eine eigene Abfrage an die PVGIS-Schnittstelle (Version 5.2) gestellt:

  • Standort: Frankfurt am Main (50,11° Nord, 8,68° Ost)
  • Anlage: 1 kWp, kristalline Siliziummodule, frei aufgeständert, Systemverluste 14 %
  • Wetterdaten: Strahlungsdatenbank PVGIS-SARAH2, Mittel der Jahre 2005 bis 2020, Horizont aus dem Geländemodell
  • Azimut in PVGIS-Zählung: Süd 0°, Südost −45°, Südwest 45°, Ost −90°, West 90°, Nord 180°
  • Optimum: eigene Abfrage mit der Option „optimale Winkel berechnen”

Nicht enthalten sind Schatten von Nachbarhäusern, Bäumen oder der Balkonbrüstung und die Abregelung durch den Wechselrichter bei 800 W. Bei kleinen Sets fällt die Abregelung kaum ins Gewicht: Laut HTW Berlin (Kurzbericht 02/2025) speiste ein Gerät mit 800 Wp nur in bis zu 16 Stunden im Jahr volle 800 W ein.

So rechnest du die Tabelle auf dein Set um

Multipliziere den Tabellenwert mit der Modulleistung deines Sets in kWp. Ein Set mit 800 Wp (0,8 kWp), senkrecht nach Süden, kommt in Frankfurt auf rund 0,8 × 760 = etwa 610 kWh im Jahr. Schräg mit 35 Grad nach Süden wären es rund 860 kWh.

In Norddeutschland liegen die absoluten Werte meist etwas niedriger, im Süden etwas höher. Die Prozentwerte bleiben ähnlich. Für deinen genauen Standort kannst du PVGIS selbst kostenlos nutzen.

Passt das zu anderen Quellen?

Bei den relativen Werten ja:

  • Das Umweltbundesamt (Stand 20.03.2026) rechnet vereinfacht mit 950 Volllaststunden für Südmodule im optimalen Winkel. Senkrecht am Balkongeländer sinke der Jahresertrag um rund 30 Prozent auf 665 Stunden. Das sind 70 Prozent, genau wie in unserer Tabelle.
  • Stiftung Warentest nennt in der Pressemitteilung zum Test aus Heft 6/2025 (22.05.2025) für die geprüften Sets mit 870 bis 900 Wp auf einem Beispieldach 860 bis 1.020 kWh im Jahr, am Balkon hängend 600 bis 720 kWh – ebenfalls rund 70 Prozent. Auch absolut passt das: 0,88 kWp ergeben mit unserer Tabelle rund 950 kWh bei 35 Grad und rund 670 kWh senkrecht nach Süden.
  • Die Verbraucherzentrale (Stand 24.07.2026) nennt für ein 400-W-Modul senkrecht am verschattungsfreien Südbalkon etwa 280 kWh im Jahr. Das entspricht 700 kWh pro kWp und liegt nah an unseren 760 kWh für Frankfurt.

Absolut liegt PVGIS für Frankfurt über den 950 Stunden des Umweltbundesamts, das bewusst vereinfacht rechnet. PVGIS nutzt Wetterdaten für genau einen Ort.

Smartphone mit Kompass-App vor einem Wohnhaus, an dessen Balkon zwei Solarmodule hängen

Was am Balkon realistisch ist

Die meisten Module hängen außen am Geländer, also senkrecht. Die Tabelle zeigt, was das je nach Himmelsrichtung bedeutet:

Balkon zeigt nach …senkrecht (90°)Anteil am Optimum
Süden760 kWh/kWp70 %
Südosten720 kWh/kWp67 %
Südwesten699 kWh/kWp65 %
Osten550 kWh/kWp51 %
Westen531 kWh/kWp49 %
Norden199 kWh/kWp18 %

Die Verbraucherzentrale hält die senkrechte Montage an einer verschattungsfreien Brüstung zwischen Südost und Südwest für „besonders sinnvoll”. Ungeeignet sind laut Verbraucherzentrale Flächen zwischen Nordost und Nordwest.

Lässt sich das Modul schräg stellen, holst du deutlich mehr heraus: Nach Süden bringen 35 Grad Neigung in unserer Abfrage rund 42 Prozent mehr als senkrecht (1.078 statt 760 kWh/kWp). Ob dein Geländer und deine Halterung das zulassen, liest du unter Halterung fürs Balkonkraftwerk. Für flache Dächer gibt es eigene Lösungen, siehe Balkonkraftwerk auf dem Flachdach.

Ost-West-Ausrichtung: weniger Ertrag, mehr Strom zur richtigen Zeit

Ost- und Westmodule erzeugen übers Jahr weniger. Dafür verteilen sie ihren Strom anders über den Tag. Das zeigt eine stündliche PVGIS-Abfrage, die wir zusätzlich gemacht haben (Frankfurt, 1 kWp, 14 % Verluste, Wetterjahr 2020):

  • Ein senkrechtes Ostmodul erzeugt rund 52 Prozent seines Jahresertrags bis etwa 10 Uhr Sommerzeit (9 Uhr Winterzeit).
  • Ein senkrechtes Westmodul erzeugt rund 60 Prozent seines Jahresertrags ab etwa 16 Uhr Sommerzeit (15 Uhr Winterzeit).
  • Ein senkrechtes Südmodul erzeugt dagegen rund 69 Prozent in den Stunden dazwischen.

Das zählt für deinen Eigenverbrauch: Ohne Speicher nutzt ein Haushalt laut Umweltbundesamt im Schnitt 45 Prozent des Balkonstroms direkt, der Rest fließt ins Netz. Bist du mittags nicht zu Hause, passt Strom am Morgen und Abend oft besser zu deinem Verbrauch.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass für eine hohe Eigennutzung oft zwei Module nach Osten und Westen kombiniert werden, zum Beispiel flach geneigt auf einem Garagendach. Bei einem Eckbalkon kannst du ein Modul an die Ost- und eines an die Westseite hängen.

Ein Speicher kann Überschüsse in den Abend verschieben, lohnt sich aber nicht immer: Rechenbeispiele stehen unter Balkonkraftwerk mit Speicher.

Verschattung: der größte Ertragskiller

Ein paar Grad Neigung kosten wenige Prozent. Schatten kann viel mehr kosten. Laut Verbraucherzentrale kann schon eine Verschattung von wenigen Prozent eines Moduls die Leistung um mehr als 50 Prozent senken. Dauerhafte Teilverschattung durch Bäume, Laternen oder Nachbarhäuser solltest du deshalb vermeiden.

Zwei Begriffe helfen beim Verständnis:

  • Bypass-Dioden – kleine Bauteile in der Anschlussdose des Moduls. Ist ein Zellbereich verschattet, leiten sie den Strom daran vorbei. So arbeitet der Rest des Moduls weiter, statt komplett einzubrechen. Wie viele Dioden ein Modul hat, steht im Datenblatt.
  • MPP-Tracker – der Teil des Wechselrichters, der laufend den Arbeitspunkt mit der höchsten Leistung sucht. Viele Wechselrichter für Balkonkraftwerke haben mehrere Eingänge mit je eigenem MPP-Tracker, wie viele, steht im Datenblatt. Hängt jedes Modul an einem eigenen Eingang, bremst ein verschattetes oder anders ausgerichtetes Modul das andere nicht aus.

Beobachte deinen Balkon vor dem Kauf an einem sonnigen Tag zu verschiedenen Uhrzeiten. Wirft die Brüstung, der Balkon darüber oder eine Trennwand einen Schatten auf die geplante Fläche? Dann ist ein anderer Platz oft besser als der „perfekte” Winkel.

Winter und Sommer: Wann senkrecht im Vorteil ist

Senkrechte Module verlieren vor allem im Sommer, wenn die Sonne hoch steht. Im Winter steht sie tief, dann trifft sie ein senkrechtes Modul fast frontal. Das Umweltbundesamt beschreibt genau diesen Effekt: im Sommer niedrigere, im Winter etwas bessere Erträge. Unsere PVGIS-Monatswerte für Süd zeigen das deutlich:

Zeitraum (Süd, je kWp)35°60°90° (senkrecht)
Dezember30 kWh35 kWh34 kWh
November bis Februar168 kWh189 kWh175 kWh
Mai bis August514 kWh443 kWh279 kWh
ganzes Jahr1.078 kWh1.022 kWh760 kWh

Im Winter liefert das senkrechte Modul also etwas mehr als eines mit 35 Grad, nur 60 Grad sind noch besser. Die Verbraucherzentrale nennt das einen Vorteil: Die senkrechte Montage verringert die im Sommer wenig nutzbaren Erzeugungsspitzen und erhöht die Erträge im Winterhalbjahr. Insgesamt bleibt der Winter aber ertragsarm: Von November bis Februar kommen selbst senkrecht nur rund 23 Prozent des Jahresertrags zusammen.

Lohnt sich saisonales Verstellen?

Mit einer verstellbaren Halterung könntest du die Neigung über das Jahr anpassen. Laut unseren PVGIS-Monatswerten liegt der beste Winkel nach Süden im Sommer bei 15 Grad, im Frühjahr und Herbst bei 35 bis 45 Grad und von Oktober bis Februar bei 60 Grad.

Was das bringt, haben wir aus denselben Abfragen berechnet:

Variante (Süd, Frankfurt)Ertrag je kWpMehrertrag
fest 35°1.078 kWh–
zweimal im Jahr: 30° (April–September), 60° (Oktober–März)1.109 kWh+2,8 %
jeden Monat den besten der abgefragten Winkel1.119 kWh+3,8 %

Für ein Set mit 800 Wp bedeutet die Zwei-Stufen-Variante rund 25 kWh mehr im Jahr. Beim durchschnittlichen Strompreis von 37,3 Cent pro kWh (BDEW, Oktober 2026) sind das höchstens rund 9 Euro, und auch nur, wenn du den zusätzlichen Strom selbst verbrauchst.

Unsere Einschätzung: Saisonales Verstellen lohnt sich kaum. Viel mehr bringt der Schritt von senkrecht auf einen festen Winkel von 30 bis 45 Grad, wenn Halterung, Geländer und Vermieter das erlauben. Beachte dabei: Je schräger das Modul steht, desto mehr Wind greift an. Die Verbraucherzentrale weist außerdem darauf hin, dass bei Regen im Normalfall 15 Grad Neigung genügen, damit Schmutz abgespült wird.

Ausrichtung ermitteln: Kompass, App und Neigungsmesser

So findest du heraus, wie dein Balkon ausgerichtet ist:

  1. Himmelsrichtung mit dem Kompass: Stell dich mit dem Rücken zur Hauswand und schau nach außen. Die Gradzahl auf dem Kompass ist der Azimut deines Balkons. Halte das Smartphone dabei mit etwas Abstand zum Metallgeländer, denn Metall und Elektrogeräte können den Kompass ablenken.
  2. Gegenprobe mit der Karte: In einer Satellitenansicht, zum Beispiel direkt in der Karte von PVGIS, siehst du, in welche Richtung deine Fassade zeigt. Norden ist auf Karten fast immer oben.
  3. Neigung messen: Eine Wasserwaagen-App auf dem Smartphone oder ein digitaler Neigungsmesser zeigt dir den Winkel. Leg das Gerät flach auf den Modulrahmen. Senkrecht am Geländer ergibt 90 Grad.
  4. Wert in die Tabelle übertragen: Liegt dein Balkon zwischen zwei Spalten, etwa bei Süd-Südwest, liegt der Ertrag zwischen den Werten für Süd und Südwest.
  5. Ergebnis kontrollieren: Nach der Inbetriebnahme zeigt dir die App des Wechselrichters oder ein Zwischenstecker mit Strommessung, was tatsächlich ankommt.

Fazit: Erst Schatten vermeiden, dann Winkel optimieren

Am Balkongeländer erreichst du senkrecht nach Süden rund 70 Prozent des Optimums, nach Ost oder West rund die Hälfte – dafür morgens und abends. Saisonales Verstellen bringt nur wenige Prozent.

Alle Schritte zum Aufbau findest du unter Balkonkraftwerk montieren, passende Sets im Vergleich auf der Startseite. Neu beim Thema? Lies zuerst Was ist ein Balkonkraftwerk?.

Stand der Recherche: 30.10.2026. Alle Ertragswerte sind Modellrechnungen mit PVGIS für Frankfurt am Main ohne Verschattung; dein tatsächlicher Ertrag kann abweichen.

Hilfreich beim Ausrichten

  • Verstellbare Halterung (Neigungswinkel)

    Neigung möglichst in Stufen einstellbar; auf ausreichende Befestigungspunkte und Windlast-Angaben achten.

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  • Digitaler Neigungsmesser

    Hilft, den Winkel der Module beim Ausrichten genau einzustellen.

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  • Zwischenstecker mit Strommessung

    Zeigt, wie viel Strom dein Balkonkraftwerk tatsächlich einspeist; für Außenbereich die Schutzart beachten.

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Häufige Fragen

Welcher Neigungswinkel ist für ein Balkonkraftwerk optimal?

Für Frankfurt am Main berechnet PVGIS als Optimum 38 Grad Neigung bei fast genauer Südausrichtung. Der Bereich ist aber breit: Zwischen 30 und 45 Grad erreichst du nach Süden in unserer Abfrage 99 bis 100 Prozent des Bestwerts. Die Verbraucherzentrale nennt 30 Grad nach Süden als Wert für die höchsten Jahreserträge.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk an einem Nordbalkon?

Senkrecht am Nordbalkon kommt ein Modul in unserer PVGIS-Abfrage nur auf 18 Prozent des optimalen Ertrags. Die Verbraucherzentrale hält Flächen zwischen Nordost und Nordwest für ungeeignet. Hast du einen flachen Platz wie ein Garagendach, sieht es besser aus: Flach liegend spielt die Himmelsrichtung keine Rolle mehr, dort sind es 84 Prozent.

Welche Gradzahl auf dem Kompass ist Süden?

Auf dem Kompass und in den meisten Kompass-Apps ist Norden 0 Grad, Osten 90, Süden 180 und Westen 270 Grad. Einige Solarrechner wie PVGIS zählen anders: Dort ist Süden 0 Grad, Osten minus 90 und Westen plus 90 Grad. Prüfe deshalb im jeweiligen Rechner, welche Zählweise gilt.

Kann ich zwei Module unterschiedlich ausrichten?

Ja, das ist bei Ost-West-Balkonen oder Eckbalkonen sogar üblich. Wichtig ist, dass jedes Modul an einem eigenen Eingang des Wechselrichters hängt, der meist einen eigenen MPP-Tracker hat. Teilen sich zwei unterschiedlich ausgerichtete Module einen Eingang, kann die Regelung nur einen gemeinsamen Arbeitspunkt wählen.

Wie prüfe ich, ob sich das Umstellen der Neigung gelohnt hat?

Am einfachsten mit einem Zwischenstecker mit Strommessung oder der App deines Wechselrichters. Vergleiche aber nur Tage mit ähnlichem Wetter, denn ein einzelner bewölkter Tag verfälscht das Ergebnis stärker als ein paar Grad Neigung. Aussagekräftig sind erst Werte über mehrere Wochen.

Quellen (7)
  1. EU-Kommission (JRC): PVGIS – Photovoltaic Geographical Information System (Abfragen vom 30.10.2026)
  2. EU-Kommission (JRC): PVGIS – API-Dokumentation (Parameter aspect, angle, loss, peakpower)
  3. Umweltbundesamt: Balkonkraftwerk/Steckersolargerät (Stand 20.03.2026)
  4. Verbraucherzentrale: Steckersolar – Solarstrom vom Balkon direkt in die Steckdose (Stand 24.07.2026)
  5. Stiftung Warentest: Pressemitteilung „Mehrere Balkonkraftwerke versagen im Belastungstest“ (Heft 6/2025, 22.05.2025; Jahreserträge Beispieldach und Balkon)
  6. HTW Berlin (J. Bergner): Kurzbericht Steckersolar 800 W (02/2025)
  7. BDEW-Strompreisanalyse Oktober 2026 (Haushaltsstrompreis 37,3 ct/kWh)

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