Main-Balkonkraftwerk
Menü

Balkonkraftwerk Förderung NRW 2026: Städte im Überblick

Von Alexander Müller, Stand 31. Oktober 2026

Backstein-Reihenhäuser im Ruhrgebiet, an einem Balkon hängen zwei Solarmodule außen am Geländer
Symbolbild – wie alle Bilder in diesem Artikel

Kurz gesagt

  • Das Land NRW zahlt keinen Zuschuss für Balkonkraftwerke. Die neue progres.nrw-Richtlinie vom August 2026 enthält keinen Steckersolar-Baustein.
  • Ausgeschöpft oder beendet sind 2026 unter anderem Köln, Bonn, Bochum und Essen.
  • Noch Geld gibt es zum Beispiel in Gelsenkirchen (100 Euro, bis 13.12.2026), Siegen (50 Euro, mit Speicher 150 Euro) und Herne (100 Euro, Anträge bis 30.11.2026).
  • In Düsseldorf steht das Programm (50 Prozent, höchstens 600 Euro) weiter auf der Stadtseite, den Mittelstand konnten wir nicht klären.
  • Überall gilt: 0 Prozent Mehrwertsteuer beim Kauf – ohne Antrag und unbefristet.

Nordrhein-Westfalen war lange das Land mit den meisten kommunalen Balkonkraftwerk-Programmen. 2026 hat sich das Bild gedreht: Mehrere Großstädte haben ihre Töpfe leer gemeldet oder die Förderung aus Haushaltsgründen gestoppt. Hier ist der Stand vom 31. Oktober 2026, geprüft auf den Seiten der Städte und des Landes.

Gibt es eine Landesförderung in NRW?

Nein. Das Förderprogramm des Landes heißt progres.nrw, die aktuelle Fassung „Klimaschutztechnik“ stammt vom 20. August 2026 und ist seit dem 2. September 2026 in Kraft. Einen Baustein für Steckersolargeräte enthält sie nicht. Photovoltaik fördert die Richtlinie nur in Sonderfällen, zum Beispiel:

  • Freiflächen-, Floating- und Agri-Photovoltaik ab 100 Kilowattpeak, die keine EEG-Förderung erhalten,
  • Photovoltaik-Dachanlagen mit Batteriespeicher auf kommunalen Gebäuden,
  • die Erneuerung der Hauselektrik in Mehrparteienhäusern, wenn eine neue Anlage mit mehr als 30 Kilowattpeak entsteht.

Für dein Balkonkraftwerk bleibt auf Landesebene also nichts. Indirekt steckt das Land trotzdem in manchen Stadtprogrammen: Bochum etwa hat seine Balkon-Solar-Förderung laut Richtlinie aus Mitteln des Landes NRW bezahlt. Solche Gelder fließen aber über die Kommune, beantragen kannst du sie nur dort. Was du in NRW trotzdem immer bekommst, ist die bundesweite Mehrwertsteuer von 0 Prozent beim Kauf. Laut Bundesfinanzministerium ist diese Regel nicht befristet. Alle Details dazu stehen in unserer Übersicht Balkonkraftwerk Förderung.

Übersicht: Förderung in NRW-Städten (Stand 31.10.2026)

OrtZuschussBedingungenStatus 31.10.2026Quelle
Gelsenkirchen100 € pauschal, max. 100 % des Kaufpreisesbis 800 W Wechselrichter, eine Anlage je Wohneinheit, Antrag mit Kaufbeleg und MaStR-Nachweisläuft, Richtlinie befristet bis 13.12.2026Stadt Gelsenkirchen
Siegen50 €, mit Speicher 150 €bis 800 W, max. 2.000 W Module, Einspeisesteckdose oder NA-Schutz nach VDE-AR-N 4105, Rechnung ab 01.01.2025läuft, Programm bis 31.12.2027Stadt Siegen
Herne100 € je WohneinheitZwei- oder Mehrfamilienhaus, Kauf vor Bewilligung auf eigenes Risikoläuft, Anträge bis 30.11.2026Stadt Herne
Bottrop100 € pauschalnur Mehrfamilienhaus mit mehr als drei Wohneinheiten, Kauf erst nach BewilligungRichtlinie seit 01.11.2025 in Kraft; Mittelstand unklar – vorher nachfragenStadt Bottrop
Düsseldorf50 %, max. 600 €; Haushalte mit geringem Einkommen 800 €Kauf erst nach Erhalt der FördernummerStatus unklar – Programm auf der Stadtseite, kein Hinweis zu MittelnStadt Düsseldorf
Köln150 €, mit Köln-Pass 300 €–ausgeschöpft für 2026Stadt Köln
Bonnje nach Gruppe 100 bis 800 €/kWp–ausgeschöpft für 2026, 2027 offenBundesstadt Bonn
Bochumbis 500 €–Antragsfrist abgelaufen am 01.10.2026Stadt Bochum
Essen––beendet zum 03.07.2025Stadt Essen
Dortmund––Status unklar – Stadtseite nennt kein laufendes ProgrammStadt Dortmund

Ausgepacktes Komplettset mit zwei Modulen, Wechselrichter, Kabel und Halterungen auf dem Rasen

Gelsenkirchen, Siegen, Herne: Hier läuft die Förderung

Gelsenkirchen zahlt 100 Euro pauschal pro Stecker-Solargerät bis 800 Watt Wechselrichterleistung, höchstens ein Gerät je Wohneinheit. Die Richtlinie ist bis zum 13. Dezember 2026 befristet und gilt nur, solange Haushaltsmittel da sind. Du reichst den Antrag mit Kaufbeleg, Leistungsangaben, Fotos und dem Auszug aus dem Marktstammdatenregister ein. Ausgeschlossen sind Anlagen, die schon vor dem 1. Januar 2024 registriert wurden, und gebrauchte Geräte.

Siegen fördert Stecker-Solar-Geräte im Rahmen seines Klimaschutzprogramms mit 50 Euro, in Kombination mit einem Stromspeicher mit 150 Euro. Die Stadt stellt eigene technische Bedingungen: eine Einspeisesteckdose wie Wieland oder ein Gerät mit integriertem NA-Schutz nach VDE-AR-N 4105, für ab dem 1. Dezember 2025 installierte Anlagen die Produktnorm DIN VDE V 0126-95. Was diese Norm bedeutet, erklären wir unter VDE-Norm 2026. Eine Energieberatung ist für Stecker-Solar nicht nötig. Das Programm läuft bis Ende 2027, Anträge für das laufende Jahr müssen in der Regel bis zum 30. November vollständig sein.

Herne zahlt 100 Euro je Wohneinheit in Zwei- und Mehrfamilienhäusern, Einfamilienhäuser nur in begründeten Ausnahmen. Anträge nach dem 30. November 2026 werden nicht mehr angenommen. Geräte, die vor der Antragstellung gekauft wurden, sind ausgeschlossen.

Bottrop und Düsseldorf: Programm vorhanden, Mittel unklar

Bottrop hat eine neue Richtlinie zum 1. November 2025 in Kraft gesetzt: 100 Euro pauschal, aber nur für Haushalte in Mehrfamilienhäusern mit mehr als drei Wohneinheiten. Geräte, die vor dem Bewilligungsbescheid gekauft wurden, sind ausgeschlossen. Ob noch Geld im Topf ist, konnten wir nicht klären – frag vor dem Kauf bei der Stadt nach.

Düsseldorf führt Balkonsolaranlagen weiter im Programm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten“: 50 Prozent der Kosten, höchstens 600 Euro. Für Haushalte mit geringem Einkommen nennt die Stadt einen Zuschuss von 800 Euro, Voraussetzung sind eine Energieberatung, die Genehmigung des Eigentümers und ein Grundsicherungsbescheid oder der Düsselpass. Wichtig: Kaufen darfst du erst, wenn du eine Fördernummer hast. Einen Hinweis zu verfügbaren Mitteln für 2026 enthält die Stadtseite nicht. Status unklar – vor dem Kauf bei der Stadt nachfragen.

Ausgeschöpft oder beendet: Köln, Bonn, Bochum, Essen

  • Köln hatte die Anträge für 2026 im Januar geöffnet. Für Steckersolargeräte gab es 150 Euro pro Wohneinheit, mit Köln-Pass 300 Euro; kaufen durfte man auf eigenes Risiko schon vor dem Antrag, höchstens drei Monate vorher. Inzwischen meldet die Stadt: Das Budget für Neuanträge 2026 ist vollständig ausgeschöpft, neue Anträge werden nicht angenommen.
  • Bonn hat das Programm „Solares Bonn“ von September 2021 bis Juni 2026 betrieben. Die Mittel für 2026 sind ausgeschöpft. Ob ab 2027 wieder ein Programm kommt, ist laut Stadt „derzeit noch nicht absehbar“.
  • Bochum hatte bis zu 500 Euro aus Landesmitteln gezahlt, Voraussetzung war ein Online-Vortrag der Verbraucherzentrale. Laut Richtlinie wurden Anträge nach dem 1. Oktober 2026 nicht mehr angenommen.
  • Essen hat sein Förderprogramm für Photovoltaik wegen der Haushaltslage zum 3. Juli 2025 gestoppt.
  • Dortmund: Die städtische Seite zu Steckersolargeräten nennt kein laufendes Förderprogramm. Ob es 2026 noch Geld gibt, konnten wir nicht klären.

Aachen fördert Balkonkraftwerke ausdrücklich nicht: Die städtische Solar-Richtlinie (Stand 12.09.2025) zählt Steckersolargeräte zu den Ausschlüssen und richtet sich an Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern und Betriebsgebäuden. Für Münster haben wir kein Programm für Balkonkraftwerke gefunden.

So findest du Förderung in deiner Stadt

In NRW haben auch viele kleinere Städte und Kreise eigene Richtlinien, oft mit 50 bis 100 Euro. So gehst du vor:

  1. Klimaschutzmanagement fragen. Viele Programme laufen über Klimaschutz-Stabsstellen, nicht über das Umweltamt.
  2. Förderdatenbank des Bundes nutzen und das Ergebnis immer mit der Stadtseite abgleichen.
  3. Reihenfolge beachten. In Düsseldorf, Bottrop und Herne darfst du erst nach dem Antrag oder der Bewilligung kaufen.
  4. Anmeldung vorbereiten. Fast alle Städte verlangen den Nachweis aus dem Marktstammdatenregister – Anleitung unter Balkonkraftwerk anmelden.
  5. Mieter: Hol dir die Zustimmung des Vermieters schriftlich, bevor du den Antrag stellst. Seit Oktober 2024 hast du nach § 554 BGB einen Anspruch auf die Erlaubnis.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk in NRW auch ohne Zuschuss?

Meist ja. Ein Zuschuss von 100 Euro verkürzt die Amortisationszeit, entscheidend sind aber Ausrichtung, Verschattung und dein Stromverbrauch tagsüber. Mit dem Ertragsrechner schätzt du, wie viel Strom dein Balkon liefert, der Amortisationsrechner zeigt, wann sich das Gerät bezahlt gemacht hat. Passende Sets findest du im Vergleich und unter Angebote.

Stand: 31.10.2026. Wir prüfen diese Seite monatlich. Verbindlich sind immer die Richtlinie und die Auskunft deiner Stadt.

Günstige Sets mit 800-Watt-Wechselrichter

Preise: Datenstand Oktober 2026, können sich inzwischen geändert haben.

Solakon onLite 900 W

Speicher: — · Leistung: 800 W · ab 220 €

Bei Amazon ansehen*
kleines kraftwerk Duo 960 Wp

Speicher: — · Leistung: 800 W · ab 329 €

Bei Amazon ansehen*
priwatt priBasic Duo

Speicher: — · Leistung: 800 W · ab 299 €

Bei Amazon ansehen*

Häufige Fragen

Fördert das Land NRW Balkonkraftwerke über progres.nrw?

Nein. Die aktuelle Förderrichtlinie progres.nrw – Klimaschutztechnik vom 20. August 2026 enthält keinen Baustein für Steckersolargeräte. Photovoltaik fördert sie nur in Sonderfällen, etwa Freiflächenanlagen ab 100 Kilowattpeak oder Anlagen auf kommunalen Gebäuden. Zuschüsse für Balkonkraftwerke kommen in NRW nur von Städten.

Gibt es in Köln noch eine Förderung für Balkonkraftwerke?

Für 2026 nicht mehr. Die Stadt Köln meldet, dass das Budget für Neuanträge im Jahr 2026 vollständig ausgeschöpft ist und keine neuen Anträge angenommen werden. Gefördert wurden 150 Euro pro Wohneinheit, mit Köln-Pass 300 Euro. Ob es 2027 weitergeht, war am 31.10.2026 nicht bekannt.

Welche Städte in NRW fördern Balkonkraftwerke noch?

Stand 31.10.2026 laufen nach unserer Prüfung unter anderem Programme in Gelsenkirchen (100 Euro, befristet bis 13.12.2026), Siegen (50 Euro, mit Speicher 150 Euro) und Herne (100 Euro, Anträge bis 30.11.2026). In Bottrop gibt es eine Richtlinie mit 100 Euro für Mehrfamilienhäuser, den Stand der Mittel konnten wir nicht klären. Prüfe immer die aktuelle Seite deiner Stadt.

Muss ich in NRW den Antrag vor dem Kauf stellen?

Das hängt von der Stadt ab. In Düsseldorf, Bottrop und Herne ist ein Kauf vor dem Antrag förderschädlich oder geschieht auf eigenes Risiko. In Gelsenkirchen reichst du dagegen Kaufbeleg und Marktstammdatenregister-Nachweis mit dem Antrag ein. Lies vor der Bestellung die Richtlinie.

Was ist mit Bonn, Bochum und Essen?

Bonn meldet, dass die Mittel für 2026 ausgeschöpft sind; ob ab 2027 wieder gefördert wird, ist laut Stadt noch nicht absehbar. In Bochum endete die Antragsfrist der Balkon-Solar-Förderung am 1. Oktober 2026. Essen hat sein Solarförderprogramm wegen der Haushaltslage bereits zum 3. Juli 2025 gestoppt.

Quellen (16)
  1. Land NRW: Förderrichtlinie progres.nrw – Klimaschutztechnik vom 20.08.2026 (MB.NRW 2026 Nr. 234)
  2. Stadt Köln: Photovoltaik – klimafreundliches Wohnen (Budget 2026 ausgeschöpft; abgerufen am 31.10.2026)
  3. Stadt Köln: Anträge für 2026 können ab sofort online gestellt werden (05.01.2026)
  4. Bundesstadt Bonn: Förderprogramm Solares Bonn (abgerufen am 31.10.2026)
  5. Landeshauptstadt Düsseldorf: Förderthemen Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten (abgerufen am 31.10.2026)
  6. Stadt Gelsenkirchen: Richtlinie zur Förderung von Stecker-Solargeräten (befristet bis 13.12.2026)
  7. Universitätsstadt Siegen: Richtlinie zum Klimaschutz- und -anpassungsförderprogramm (Ratsbeschluss 03.06.2026)
  8. Stadt Herne: Richtlinie zur Förderung von Steckersolar-Geräten bzw. Balkon-Solarmodulen (Anträge bis 30.11.2026)
  9. Stadt Bottrop: Richtlinie zur Förderung von Stecker-Solargeräten (in Kraft seit 01.11.2025)
  10. Stadt Bochum: Richtlinie Sonderförderung von Photovoltaik-Anlagen aus Mitteln des Landes NRW (Dezember 2025)
  11. Stadt Aachen: Richtlinie zur Förderung von Solaranlagen (Stand 12.09.2025, Steckersolargeräte ausgeschlossen)
  12. Bürgerliches Gesetzbuch, § 554 – Steckersolargeräte als privilegierte Maßnahme
  13. Stadt Essen: Solarförderung – Einstellung des Förderprogramms zum 03.07.2025 (abgerufen am 31.10.2026)
  14. Stadt Dortmund: Steckersolargeräte (abgerufen am 31.10.2026)
  15. Bundesfinanzministerium: FAQ Photovoltaikanlagen – Nullsteuersatz nicht befristet (abgerufen am 31.10.2026)
  16. Förderdatenbank des Bundes (BMWE)

Mehr zum Thema Förderung